Meine Sommer-Tour des Jahres 2021

Diese abwechslungsreiche Zwei-Täler-Bergwandertour durch das Allgäuer Dietersbachtal und das Oytal nahe Oberstdorf ist eine wahre Genusswanderung für Einkehr-Liebhaber mit einem optionalen rasanten Abschluss.

Die Tour besticht durch zahlreiche landschaftliche, kulinarische sowie kulturelle Höhepunkte. Bereits im ersten Drittel der Tour begleitet uns der wilde und tosende Hölltobel, wie der letzte Steilabschnitt des Dietersbachs genannt wird, bevor er aus dem gleichnamigen Tal in die Trettach im Trettachtal mündet. Im oberen Teil des Hölltobels werden wir für unsere Mühen mit einem riesigen Wasserfall belohnt, den wir von einer sicheren künstlichen Aussichtsplattform bewundern dürfen. Wenig später weitet sich die Landschaft und wir durchwandern gleich zwei weitere malerische Täler. Dabei eröffnen sich uns immer wieder wunderbare Ausblicke auf die Allgäuer Bergwelt, unter anderem auf die markanten Zacken der „Höfats“, die wir während unserer Tour quasi umwandern. Der Übergang vom Dietersbachtal in das Oytal über den Älpelesattel erweist sich dabei als recht grantig und wird dem Begriff der Bergwanderung dann auch wahrlich gerecht. Mit dem Erreichen des Älpelesattels wird uns schnell bewusst, dass Gipfelbesteigungen gar nicht immer nötig sind, um grandiose Aussichten zu genießen, so herrlich ist das Panorama von hier oben. Beim vergleichsweise zahmen Abstieg zur Käseralpe durchwandern wir ein Murmeltiergebiet, wo wir mit etwas Glück einige dieser laut pfeifenden Gesellen zu Gesicht bekommen. Auf dem Rückweg durch das Oytal passieren wir den eindrucksvollen und donnernden Stuibenwasserfall, dessen Gischt unsere Körper je nach Wassermenge noch etliche Meter entfernt besprüht, was bei heißen Temperaturen für eine angenehme Erfrischung sorgt. Wenn nach rund 18 tagfüllenden Kilometern der Berggasthof Oytalhaus erreicht wird, sollte man sich den Spaß nicht entgehen lassen und für Sieben Euro (Stand 08/2021) mit einem Leihroller die letzten fünfeinhalb Kilometer kräfteschonend abwärts zurückrollern.

Charakter/Schwierigkeit: Bergwanderung/mittelschwer (rot)

Strecke: 17,6 Kilometer

Nettogehzeit: 6 Stunden

Auf-/Abstieg: 954 m/778 m

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz an der Oybele-Festhalle nahe der Nebelhornbahn-Talstation in Oberstdorf wandern wir ortsauswärts bzw. südwärts immer linksseitig der Trettach in Richtung Spielmannsau (ausgeschildert). Die nach etwa zwei Kilometern erreichte Abzweigung ins Oytal lassen wir hierbei sprichwörtlich links liegen und halten uns weiterhin südlich. Auch den linksseitigen „Normal- bzw. Winterweg“ zur historischen Alpsiedlung Gerstruben passieren wir zunächst noch und richten uns nach den Wegweisern zum Hölltobel. 250 Meter hinter einer kleinen Ansiedlung zweigt nach insgesamt rund einer Stunde links der schmale Pfad zum Hölltobel ab, der uns pfeilgerade über eine Wiese auf den Wald zuführt. Das Rauschen des Dietersbachs ist nun deutlich vernehmbar. Auf einem wurzelig-felsigem Waldweg geht es nun teils in Serpentinen recht steil und stellenweise rutschig aufwärts. Gefährliche Bereiche sind durch Geländer gesichert, dennoch sollte mit Bedacht getreten werden. Wir passieren drei Beobachtungspunkte bzw. Aussichtsplattformen, an denen wir die tosenden Wassermassen in der unter uns befindlichen Klamm aus respektabler Höhe bewundern können (Beobachtungspunkt 1/Brücke über der Klamm mit Stand August 2021 gesperrt). Kurze Zeit nach dem eindrucksvollen Wasserfall wird das Ende des Hölltobels durch den kleinen geteerten Fahrweg markiert, auf den wir nach etwa 20 bis 30 Minuten Aufstieg treffen. Hier biegen wir rechts ab und folgen dem für den öffentlichen Kfz.-Verkehr gesperrten Sträßchen und erreichen sogleich die historische Alpsiedlung mit fünf aus dem 17./18. Jahrhundert stammenden Bauernhäusern sowie den Berggasthof Gerstruben. Weiter geht es auf einem gut begehbaren breiten Schotterweg hinein in das Dietersbachtal, eingerahmt von den schroffen Spitzen der Höfats und den Kegelköpfen. Das malerische Talende mit der Dietersbachalpe (1325 m) ist nach insgesamt rund zweieinhalb Stunden erreicht. Weithin sichtbar stürzt südöstlich der Alpe aus den namenlosen Steilwänden ein riesiger Wasserfall, dessen Wasserlauf den späteren Dietersbach bildet. Die kleine idyllische Alpe lädt zu einer stärkenden Rast ein, bevor wir uns auf den recht anstrengenden Weg über den Älpelesattel machen wollen. Die auf dem Wegweiser angegebenen anderthalb Stunden für die 455 Höhenmeter (rot) bis zum Sattel wirken hierbei fast ein wenig abschreckend, jedoch lohnen sich die Strapazen allemal. Das Panorama, das sich uns bietet, ist einfach nur wunderbar. Aber vorher ist erstmal Konzentration angesagt, weil der wurzelig-felsige Steig auf einem bewachsenen Gratabschnitt an einigen Stellen dicht an sehr steilen Wiesenhängen entlang führt (Vorsicht bei Nässe). Erst im letzten Drittel wird der Steig zunehmend sanfter und die Landschaft offener.

Tipp für den Monat August: Wer die Zeit mitbringen möchte, kann sich kurz vor dem Erreichen des Sattels linksseitig in den Hängen mit Blaubeeren regelrecht satt essen.

Der Abstieg in das Hochtal der Käseralpe (1402 m) verläuft wesentlich zahmer und führt uns teilweise auf einem fast zugewachsenem Steig abwärts, manchmal müssen wir die hohen Sträucher und Blumen gar sanft beiseite schieben, um uns unseren Weg zu bahnen. Es entsteht der Eindruck, als ob der Steig gar nicht allzu oft begangen wird. Wir durchqueren mehrere Wasserläufe (unschwierig) und weiter unten schreiten wir durch ein typisches Murmeltiergebiet, von dem aus es nicht mehr weit zur Alpe ist. Das laute Pfeifen der Tiere ist oftmals hörbar und mit etwas Glück bekommen wir sie auch zu Gesicht. Beim Ausschauhalten nach Murmeltieren ist uns ein ganz anderer unerwarteter Glücksmoment zuteil geworden, weil wir keine zehn Meter von uns entfernt plötzlich ein neugieriges Hermelin entdeckt haben, was sich minutenlang präsentierte und umherquirlte.

Ab der Käseralpe geht es auf teils geteertem, teils geschotterten Weg unschwierig talwärts. Aufgrund der leichten Erreichbarkeit der Käseralpe herrscht im Oytal an schönen Tagen ein ziemlicher Wander- und (Elektro)Fahrradbetrieb, was der Schönheit der Landschaft aber keinen Abbruch tut. Der Weg ist breit genug, damit sich Wanderer und Radfahrer gemäß der Allgäuer Kampagne „Zämed duss“ (Zusammen bzw. gemeinsam draußen) entspannt und konfliktfrei bewegen können. Nach nur einer Viertelstunde Abstieg von der Käseralpe bewundern wir die donnernden Wassermassen des Stuibenfalls (1259 m) und nach einer weiteren knappen halben Stunde haben wir eine vorletzte Einkehrmöglichkeit in der Unteren Gutenalpe (1048 m). Von hier sind es jetzt abermals etwa 30 Minuten zum Berggasthof Oytalhaus (1006 m), der zwar den Endpunkt der Wanderung, jedoch nicht der Gesamttour bedeutet. Denn hier wartet ein besonderer Höhepunkt auf unsere mittlerweile etwas ermüdeten Beine. Es besteht die Möglichkeit, sich direkt beim Gasthof täglich ab 15.00 Uhr gegen eine Gebühr einen „Oytal Roller“ zu leihen (für alle Altersklassen) und mit diesem auf dem geteerten Fahrweg die letzten fünfeinhalb Kilometer entspannt talwärts zu rollern. Abgegeben wird dieser dann samt optionalem Helm hinter dem Eissportzentrum (ausgeschildert) nahe der Nebelhorn-Talstation. Man braucht auch keine Sorge zu haben, keinen Roller mehr abzubekommen, weil diese regelmäßig wieder aus Oberstdorf zum Gasthof zurückbefördert werden. Lediglich Gruppen mit mehr als 15 Personen sollten vorher anrufen und anfragen (08322/80381).

Detaillierte Informationen gibt es hier

Auf dem Natura Trail in der Märkischen Schweiz (Brandenburg)

Eine extrem abwechslungsreiche und kurzweilige Wanderung durch eine atemberaubende Landschaft, die mit spannenden Elementen nur so gespickt ist.

Diese Wanderung beenden wir mit dem Satz: „Schade, dass sie schon vorbei ist“. Während der facettenreichen Tour, die uns überwiegend auf naturbelassenen Pfaden und Wegen entlang führt, werden wir mit intensiven Eindrücken sprichwörtlich überschüttet. Mit Abwechslungsreichtum wird wahrhaftig nicht gegeizt. Von zahlreichen Lehrtafeln am Wegesrand mit viel Wissenswertem über Geologie, Flora, Fauna und regionale Besonderheiten, außerordentlich schönen und idyllischen Picknickplätzen bis zu Aussichtsstellen wird alles geboten, was das Wanderherz begehrt. Die durch die letzte Eiszeit geformte Landschaft wechselt in wunderbarer Regelmäßigkeit ihr artenreiches Gesicht. Mal geht es in einer mittelgebirgsähnlichen Landschaft durch kleine Schluchten sowie durch Laub- und Mischwälder, mal durch eine fast mystisch wirkende Auenlandschaft mit ihren zahlreichen Bächen, Wasserläufen und Quellen. Und dann wiederum entlang von Feldern und Wildwiesen, die vor allem im Frühjahr reich an Wiesenblumen sind. Überall finden wir Granitsteine und Findlinge in allen möglichen Größen, Formen und Farben, die gigantische Eismassen vor rund 15.000 Jahren aus Skandinavien hierhin geschoben haben.

Auch wenn diese Wanderung mit knapp 15 Kilometern nicht sehr lang ist, sollte dennoch ein ganzer Tag eingeplant werden, um sich genügend Zeit für die zahlreichen Höhepunkte nehmen zu können. Allein das internationale Fledermausmuseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert und kann durchaus einen längeren Zeitraum beanspruchen – oder die Kneipp-Wassertretstelle fast am Ende der Wanderung, an der wir unsere müden Füße wieder zum Leben erwecken können. Die schwer in Worte zu fassende Vielfalt dieser erlebnisreichen Wanderung lässt sie zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

Hier geht es zu meiner Tour auf alpenvereinaktiv.com mit mehr Informationen und Bildern

Hier geht es zu meiner Tour auf alpenvereinaktiv.com mit mehr Informationen und Bildern

Durch das Biesenthaler Becken zum Hellmühler Fließ und um den Hellsee

Naturkundliche Wanderung in einer durch die letzte Eiszeit geprägten Landschaft, in der sich feuchte und trockene Gebiete abwechseln und für eine wunderbare Flora und Fauna sorgen.

Das Biesenthaler Becken entstand vor rund 17000 Jahren, als sich die großen Gletscher der letzten Eiszeit zurückzogen. Das Becken war jedoch noch lange Zeit danach mit Eis gefüllt und bildete nach dessen Abschmelzen im Laufe der Jahrtausende eine abwechslungsreiche und extrem artenreiche Landschaft aus Seen, Mooren, offenen Feuchtwiesen, dichten Wäldern sowie zahlreichen so genannten Fließen, die das gesamte Gebiet durchziehen. Das idyllische Hellmühler Fließ, durch dessen rund anderthalb Kilometer langen idyllischen Taleinschnitt unsere Wanderung führt, lässt uns gar für eine Weile vergessen, dass wir uns im eigentlich „Flachland“ befinden. Teilweise wird der Pfad sogar richtig schmal und führt dicht an der Böschung entlang, was den urwüchsigen Charakter dieses Tals abermals verstärkt. Abwechslungsreich geht es weiter um den Hellsee, an dessen Rundweg herrlich alte Buchen und Eichen stehen. Hier haben Biber dafür gesorgt, dass die Rinde von einem Großteil der ufernahen Bäume bis auf eine Höhe von einem Meter abgefressen wurde. Biberstaudämme sind während der gesamten Wanderung immer wieder zu entdecken. Vogelliebhabern sei insbesondere das Frühjahr empfohlen, wenn unaufhörlich Balzgesänge zahlreicher Vogelarten zu hören sind. Auch Kraniche, Fasane sowie verschiedene Raubvögel sind keine Seltenheit. Gegen Ende der Wanderung sind es vor allem die Feldlerchen auf den riesigen Feuchtwiesen der Uppstall- und Moderwiesen, die allgegenwärtig zu hören sind. Eine prächtige Tour vor den Toren Berlins, die sich aufgrund der vielen Entdeckungen in der Flora und Fauna und mit ihren schönen Rastmöglichkeiten auf eine Tagestour ausdehnen lässt.

Hier geht es zur Tour auf alpenvereinaktiv.com mit mehr Informationen und Bildern

Hier geht es zur Tour auf alpenvereinaktiv.com mit mehr Informationen und Bildern

Naturerkundungstour durch das urige Briesetal nördlich von Berlin

Wer würde glauben, dass nur wenige Minuten vom nordwestlichen Stadtrand Berlins entfernt ein wahres Naturparadies auf uns wartet.

Das Schöne daran ist, dass die technische leichte Wanderung im Mühlenbecker Land ohne Höhenunterschiede aus Berlin auch wunderbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Ich empfehle, unbedingt ein Fernglas sowie eine Kamera mitzunehmen, weil es auf der interessanten Rundtour sehr viel zu entdecken gibt. Diese Wanderung kann beliebig abgekürzt oder ausgedehnt werden. Vom kurzen Spaziergang bis zur knapp 18 Kilometer langen Wanderung ist alles möglich, denn es gibt in regelmäßigen Abständen immer wieder Gelegenheiten, die Briese zu überqueren und die Länge der Tour individuell anzupassen. Wer sich aufmerksam durch das sumpfige Tal entlang des kleinen Flüsschens Briese bewegt, wird allerhand farbenprächtige und interessante Tiere zu Gesicht bekommen, z. B. Krickenten, Stieglitze, Schwarzspechte, Buntspechte, Mönchsgrasmücken mit ihren schwarzen Häubchen und natürlich jede Menge Buchfinken, die im Frühjahr pausenlos ihre durchdringenden Balzrufe durch den Wald schallen lassen. Aber auch Greifvögel gleiten mit ihren teilweise beeindruckenden Spannweiten lautlos durch die Landschaft.

Ein ganz anderes geheimnisvolles Wesen hinterlässt seine unübersehbaren Spuren im und am Wasser – der Biber. Wer Biber in dieser wilden Flora und Fauna beobachten möchte, muss allerdings schon etwas mehr Glück haben, denn diese lassen sich im Normalfall nicht so einfach blicken. Sie leben als eher nachtaktive Tiere tagsüber zurückgezogen in ihren Biberbauten. Mindestens drei große Biberstaudämme gibt es zu bewundern, die durchaus für einen Niveau-Unterschied des Wasserstands von rund einem halben Meter sorgen. Biber benötigen eine Wassertiefe von mindestens 70 cm, um ihren Zugang zum Bau für uns Menschen unsichtbar unter Wasser einzurichten. Sie ernähren sich ausschließlich pflanzlich, am liebsten fressen sie die Rinde von Weichholzbäumen (so genannte Weichholz-Auen). Sie können dabei Bäume mit beachtlichem Umfang durchnagen, um an die für sie leckere Rinde zu gelangen. Überall sieht man die Sanduhrgeformten Nagespuren an den Bäumen. Wird diese „Sanduhr“ zu instabil, fällt der Baum um und das große Fressen kann beginnen.

Die Briese, die im nordöstlich des Briesetals gelegenen Wandlitzer See entspringt, hat nur eine Länge von etwa 16 Kilometern und mündet westlich von Birkenwerder in die Havel.

Je nachdem, mit welchem Verkehrsmittel wir anreisen, können sich unterschiedliche Start- und Endpunkte ergeben.

Anfahrt mit dem Auto:

  • Autobahn A 10 bis Ausfahrt 34/Mühlenbeck
  • über „Summt“/Summter See in Richtung Oranienburg (nördlich von Summt links halten)
  • auf der kleinen Bundesstraße knapp 3 Kilometer bis zum Wanderparkplatz an der Schlagbrücke (Achtung – nicht vorbeifahren, dieser befindet sich direkt vor Linkskurve) oder
  • in Summt hinter einer leichten S-Kurve links halten und in westliche Richtung bis zum Großparkplatz für Ausflügler und Wanderer am Kletterwald im Briesetal/Gaststätte Briesekrug

Anfahrt mit ÖPNV:

  • Mit der S-Bahn S 1 (Wannsee – Oranienburg) bis zum S-Bahnhof Borgsdorf fahren (Achtung B/C-Ticket)
  • auf der Friedensallee in östliche Richtung laufen, an einer Weggabelung nach 300 Metern rechts halten und bis in das Briesetal weiter (gut 2 Kilometer zusätzlich pro Strecke).

Karte:

  • Pharus-Plan „Berliner Norden“ – Briesetal u. Wandlitzer Seen, 1 : 40.000 oder
  • „Schöne Heimat“ Radwander- und Wanderkarte“ Naturpark Barnim, Dr. Barthel Verlag – Wandlitzer See und Umgebung“, 1 : 35.000 (GPS-fähig)

Ausstattung:

  • normale Wanderausstattung je nach Wetterlage
  • festes Schuhwerk Kategorie A bzw. A/B
  • ggf. Insektenschutz

Einkehrmöglichkeiten:

  • nahe Borgsdorf am Briesesee
  • „Alte Försterei“ Wensickendorf am nordöstlichen Teil der Route (zwischen Schlagbrücke und Zühlsdorf) – Achtung: b. a. W. Coronabedingte Einschränkungen und Schließungen in allen Gaststätten möglich – daher unbedingt Selbstverpflegung mitführen

Hier geht´s zur Tour auf alpenvereinaktiv.com

Tourenberatung: Wanderregion Sächsische Schweiz – Teil II – Wanderstützpunkt Kurort Rathen

Im zweiten Teil meiner Serie über das Elbsandsteingebirge möchte ich euch in den Kurort Rathen entführen. Dieser durch die Elbe zweigeteilte Ort in der Vorderen Sächsischen Schweiz hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Touristenmagneten entwickelt. Während der orographisch linkselbische (südliche) Teil problemlos entweder motorisiert oder via Schienenverkehr erreicht werden kann, ist die motorisierte Anfahrt auf der rechten Elbseite überwiegend den Anwohnern sowie deren Besuchern vorbehalten. Das ist für den Besuch jenes Ortsteils allerdings kein echter Nachteil, weil es eine regelmäßig verkehrende Fährverbindung gibt, die an schönen Tagen für ordentlich Nachschub an Besuchern sorgt. Nur wenige Strecken- und Höhenmeter entfernt befindet sich nämlich die weltberühmte Bastei, deren steinerne Besucherbrücke sowie die Felsenburg Neurathen jährlich Hunderttausende von Touristen anziehen. Allerdings machen sich nur vergleichsweise wenige Besucher die Mühe des harmlosen Aufstiegs aus Rathen. Der weitaus größere Teil reist mit Autos oder Bussen über die nordwestlich und oberhalb von Rathen gelegene Basteistraße an. Von den zahlreichen Aussichtsstellen im Basteigebiet eröffnen sich wunderbare Panoramen über die mäandernde Elbe und über die bizarr geformte Felsenlandschaft. Kein Wunder also, dass es so viele Menschen aus allen Teilen der Erde hierher zieht.

Von diesem Massenandrang hier oben, vor allem an schönen Wochenenden, bekommt man unten im Ort glücklicherweise nicht ganz so viel mit. Trotzdem ist es recht quirlig, weil es einige schöne Ziele in der näheren Umgebung gibt. Auf der linkselbischen Seite lockt nach einem kurzen Spaziergang der über einige  Stufen leicht zu besteigende Rauenstein mit grandiosen Aussichtsstellen, einem wunderschönen leichten Gratweg sowie mit einer urigen Berggaststätte. Auf der anderen Elbseite wird der im Sommerhalbjahr künstlich angestaute Amselsee im Amselgrund mit Tretbootverleih gern von Spaziergängern aufgesucht. Bis vor rund zwei Jahren konnte man den Spaziergang noch bis zur urigen Amselfallbaude mit seiner Nationalpark-Informationsstelle verlängern. Jedoch musste diese wegen eines Felsabgangs und weiterer akuter Felssturzgefahr geschlossen werden. Bis zur Umsetzung eines geplanten Sicherheitskonzepts wird es wohl auch noch eine Weile so bleiben. Der an der Baude vorbeiführende Wanderweg von Rathewalde nach Rathen ist glücklicherweise noch begehbar.

Wer ein kleines schweißtreibendes Abenteuer der harmlosen Art erleben möchte, wandert durch die Schwedenlöcher zur Bastei. Der gut ausgebaute und technisch leichte Steig führt über zahllose Stufen durch eine urige und märchenhafte Schlucht empor. Auch hier gab es vor einigen Jahren einen enormen Felssturz, bei dem glücklicherweise niemand zu Schaden kam. Der Wanderweg im unteren Drittel musste daraufhin umgeleitet werden. Man kann den alten Steig sowie die zahlreichen Felsblöcke des Abgangs noch erkennen.

So schön die Landschaft hier im Rathener Gebiet auch ist, so vergänglich ist sie leider auch. Immer wieder beweisen gigantische Felsstürze, wie fragil der Sandstein hier ist. Prominentestes Opfer eines drohenden Felssturzes ist die ebenfalls seit einiger Zeit geschlossene und inzwischen zurückgebaute Aussichtsplattform an der Bastei. Auch hier wird bis zur Umsetzung von Sicherungs- und Neubaumaßnahmen kein Mensch mehr einen Fuß hinaufsetzen dürfen.

Zurück zu den Schwedenlöchern – hier ist leider, wie auch an zahlreichen anderen Stellen in der Sächsischen Schweiz, noch ein weiteres Phänomen zu beobachten, was mich persönlich sehr nachdenklich und traurig macht. Noch vor wenigen Jahren rann überall Wasser aus den Felsen und es gab einen Bach. Alle Quellen sind nahezu komplett versiegt. Auch der Grünbach im Amselgrund hat kaum noch Wasser. Das gleiche Schicksal trifft auch den benachbarten Uttewalder Grund nördlich von Wehlen, die Wilde Hölle in der Hinteren Sächsischen Schweiz und viele weitere Orte. Die gegenwärtigen Niederschläge reichen bei Weitem nicht aus, um den Wassermangel, insbesondere wegen des Hitzesommers 2018, auszugleichen. Der Klimawandel lässt sich wohl nicht mehr abstreiten.

Wer über normale Spaziergänge hinaus größere Wanderungen unternehmen möchte, kann von Rathen aus wunderbar starten und schöne Ziele erkunden (siehe Tourenvorschläge unten).

Hier kommt die alte Regel zum Tragen, dass die Anzahl der Menschen abnimmt, je weiter ich mich von den klassischen Hotspots und vor allem von den Parkplätzen entferne bzw. je entlegener und schweißtreibender ein Wanderziel zu erreichen ist. Als kleiner Geheimtipp für diese Region gelten die beiden Bärensteine, die ungeahnte Felskulissen und Aussichtspunkte bieten, was man ihnen von Weitem überhaupt nicht ansieht. Wen es hierher verschlägt, der sollte sich auf keinen Fall die in Thürmsdorf nahe dem Kleinen Bärenstein befindliche Schokoladenmanufaktur entgehen lassen.

Ebenfalls in unmittelbarer Nähe von Rathen gibt es landschaftlich traumhafte Touren rund um den Uttewalder Grund nördlich des reizenden Nachbarortes Wehlen (Tourenvorschläge bei alpenvereinaktiv.com – Suchbegriff „Uttewalder Grund“)

Wer dann am Abend nach der Wanderung noch nicht müde ist und ein Kulturprogramm erleben möchte, kann fußläufig die sprichwörtlich nur einen Steinwurf  entfernte Felsenbühne Rathen (Freiluft-Theater) besuchen, in der vor malerischer Echtfelskulisse Theaterstücke aufgeführt werden.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

  • mit der Bahn (aus Berlin z. B. mit dem EC) bis Dresden Hauptbahnhof fahren (mehrmals täglich)
  • vom Dresden Hbf. mit der S1 bis zur Haltestelle „Kurort Rathen“ (halbstündlich)
  • je nach Lage der Unterkunft ggf. mit der Fähre (Gierseilfähre) auf die andere Seite der Elbe übersetzen (regelmäßig von sehr früh morgens bis zum späten Abend/grob Mitternacht)

Anfahrt mit dem Kfz.

  • aus Dresden die A17 in Richtung Pirna fahren

Anfahrt zum linkselbischen/südlichen Teil Rathens:

  • die Abfahrt auf die B172a nach Pirna/Bad Schandau nehmen
  • in Pirna zunächst weiter auf der B172 in Richtung Bad Schandau (ausgeschildert)
  • 500 m hinter der markanten Serpentine am großen Kreisverkehr die erste Abfahrt auf die B172 nehmen
  • nach 250 m vor der Aral-Tankstelle links abbiegen
  • über Struppen und Weißig nach Rathen

Anfahrt zum rechtselbischen/nördlichen Teil Rathens:

  • die B172a nach Pirna bis Äußere Pillnitzer Straße durchfahren (zweite Ausfahrt hinter der Elbüberquerung)
  • links abbiegen – weiter über Äußere Pillnitzer Straße und im Verlauf links Basteistraße
  • über Lohmen, Rathewalde und Waltersdorf nach Rathen

Parken

  • bei Anfahrt über Struppen und Weissig: großer linkselbischer Parkplatz in Rathen (gebührenpflichtig) oder Parken in Verbindung mit der Unterkunft
  • bei Anfahrt über Lohmen, Rathewalde und Waltersdorf: Wanderparkplatz am Gamrig-Felsen (am Waldrand östlich von Rathen, gebührenpflichtig), in Rathen selbst nur wenige Parkplätze – größtenteils nur in Verbindung mit den Unterkünften

Unterkünfte

  • zahlreiche Pensionen und Ferienwohnungen in und um Rathen (€ – €€€)
  • mehrere Hotels in Rathen (€€ – €€€)

Kartenempfehlungen des Autors

  • Wanderkarte / Topographische Karte GeoSN „Kurort Rathen, Hohnstein“, 1:10.000, vom Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vemessung Freistaat Sachsen, ISBN 978-3-86807-940-1 (Kartenausschnitt reicht nur bis knapp unter den Kleinen Bärenstein, Thürmsdorf ist nicht abgebildet)
  • Wander- und Radwanderkarte Nr. 10 „Vordere Sächsische Schweiz“ mit Stadt Wehlen, Kurort Rathen, Hohnstein, Königstein und Gohrisch, 1:15.000, Sachsen Kartographie GmbH Dresden
  • Wanderkarte der Sächsischen Schweiz „Die Bastei“ mit Rathen, Stadt Wehlen und Uttewalde, 1:10.000, Dr.-Ing. Rolf Böhm, Bad Schandau
  • Wanderkarte der Sächsischen Schweiz „Brand – Hohnstein“ (Ochel – Schwarzbach – Tiefer Grund) von Dr.-Ing. Rolf Böhm, Bad Schandau, 1:10.000

Buchempfehlungen des Autors

  • Wander- & Naturführer Sächsische Schweiz, Band 2 (Rathener Felsen, Polenztal, Tafelberge und Bielatal), Berg- & Naturverlag Rölke, ISBN 3-934514-09-X

Eine Auswahl von Wandertouren, bei denen ihr direkt in Rathen starten könnt, möchte ich euch mit jeweils kurzen Beschreibungen vorstellen. Ausführliche Informationen mit vielen Bildern erhaltet ihr dann bei alpenvereinaktiv.com, wenn ihr die entsprechende Tour aufruft.

Tour 1

Zu den Bärensteinen und über den Rauenstein in der Vorderen Sächsischen Schweiz

Diese Wanderung ist eine schöne Kurztour mit Abenteuercharakter zu den zerklüfteten Felsen in der linksseitigen Flussschleife der Elbe zwischen Königstein, Rathen und Wehlen.

Sie führt uns zu den von Weitem unscheinbaren Bärensteinen mit deren ungeahnt wilden Felsformationen sowie über den aussichtsreichen Grat des Rauensteins. Der große Bärenstein, der mit 327 Metern um 11 Meter niedriger ist als sein kleiner Bruder, verdankt seinen Namen seiner größeren Masse und Ausdehnung. So hat er im Vergleich zum gut zugänglichen Kleinen Bärenstein gar vier Aussichtspunkte zu bieten, die allerdings gut verteilt und recht versteckt liegen und nur mit etwas Spürsinn zu finden sind, denn auf dem Großen Bärenstein gibt es keine markierten Wege. Abenteuergeist, Trittsicherheit und etwas Klettergeschick sollte man für die Riegelhofstiege mitbringen, wenn man durch die recht steile und enge Schlucht mit ihren zahlreichen Felsblöcken hinunter kraxelt. Künstliche Tritthilfen sucht man hier vergeblich – lediglich einmal erleichtern in den Fels geschlagene Kerben das Treten. Am touristisch erschlossenen Rauenstein hingegen geht es auf dem gut ausgebauten Gratweg weniger anspruchsvoll zur Sache. Am Ende des traumhaften Panoramawegs werden wir mit einer Einkehr in der urigen Berggaststätte Rauenstein für unsere Mühen belohnt.

  • Schwierigkeit: mittelschwer
  • Strecke: 12,6 km
  • Dauer: 4,5 Stunden
  • Auf-/Abstieg: 591 hm

Hier geht es zur Tour auf alpenvereinaktiv.com:

Zu den Bärensteinen und über den Rauenstein in der Vorderen Sächsischen Schweiz

Suchbegriff im Freitextfeld: „Bärensteine Sächsische Schweiz“

Hinweis: Die Tour beginnt in der Tourenbeschreibung in Weißig südlich von Rathen, jedoch kann sie auch bequem von Rathen aus begonnen werden, indem wir vom Fähranleger des linkselbischen/südlichen Teil Rathens einfach dem mit dem roten waagerechten Strich markierten Wanderweg folgen. Die Tour verlängert sich hierdurch allerdings um gut zwei Kilometer (hin und zurück).


Tour 2

Aus Rathen auf den Gamrig und durch die Schwedenlöcher zur Bastei

Langschläferwanderung zu den Aussichtsfelsen und Schluchten sowie zur weltberühmten Bastei bei Rathen in der Vorderen Sächsischen Schweiz

Die Basteibrücke in der Felsenwelt bei Rathen ist zweifelsohne zum Symbolbild der Sächsischen Schweiz geworden. Millionen von Touristen besuchen jedes Jahr diese Sehenswürdigkeit. Aus diesem Grund sind wir auf dieser Wanderung natürlich nicht allein unterwegs. Aber wir können uns eines einfachen und funktionierenden Tricks behelfen. Wer diese Kurzwanderung erst nach dem Mittag startet, findet am späten Nachmittag dort mehr Ruhe. Spürbar ruhiger geht es auch bereits wenige hundert Meter von der Bastei entfernt zu, wenn wir das Panorama vom nördlich gegenüber befindlichen Aussichtspunkt genießen.

Das Rathener Gebiet hat aber noch mehr zu bieten. Anfangs geht es auf den kleinen aber feinen Aussichtsfelsen Gamrig mit seiner unterhalb befindlichen kleinen Höhle und im späteren Verlauf durch die schweißtreibenden Schwedenlöcher, eine enge feuchtkühle Schlucht, die wir anfangs erst einmal über zahllose Stufen erreichen müssen, bevor es dann auf einem verwinkelten Steig, teils durch spannende Felstunnel, stetig weiter aufwärts geht.

Diese Wanderung bietet sich hervorragend als Einstiegstour an, bei der es sich empfiehlt, sie erst am frühen Nachmittag zu beginnen – idealerweise am Anreisetag, der ja sowieso ein angebrochener Tag ist. Auf diese Weise entgeht man dem größten Andrang an der Bastei.

  • Schwierigkeit: leicht
  • Strecke: 9,4 km
  • Dauer: 3,5 Stunden
  • Auf-/Abstieg: 472 hm

Hier geht es zur Tour auf alpenvereinaktiv.com:

Aus Rathen auf den Gamrig und durch die Schwedenlöcher zur Bastei

Suchbegriff im Freitextfeld: „Gamrig Schwedenlöcher Bastei“


Tour 3

Durch das Polenztal zur Gautschgrotte und zur Brandaussicht

Diese Tour ist zu einem großen Teil geprägt von märchenhaften Tälern und Schluchten wie dem Polenztal, dem Schindergraben bei Hohnstein mit seiner urwüchsigen Vegetation und dem wilden Pfad durch den Tiefen Grund, bietet aber mit der Brandaussicht auch eine schöne Abwechslung wegen des überwältigenden Panoramas in die Weiten der Landschaft.

Hier erwartet uns eine ganzjährig durchführbare Wanderung ohne besondere Schwierigkeiten. Im Frühling, wenn das Polenztal in saftigem Grün und der sanft dahinfließenden Polenz zu neuem Leben erwacht oder im Sommer, wenn es dort und im Schindergraben ein paar Grad kühler zu sein scheint oder aber im Winter, wenn in der imposanten Gautschgrotte mit den rundum überhängenden Felsen das herabstürzende Wasser zu großen Eiszapfen erstarrt und in der Brandbaude der Ofen knistert, bietet sich diese genussvolle Wanderung an. Oder natürlich im Herbst, wenn dieser seine bunten Farben bilderbuchmäßig in die Landschaft zaubert und die klare Luft den Körper mit förmlich spürbarer Energie versorgt. Gründe gibt es genug, diese Wanderung zu unternehmen.

  • Schwierigkeit: leicht
  • Strecke: 14,6 km
  • Dauer: 3,5 Stunden
  • Auf-/Abstieg: 417 hm

Hier geht es zur Tour auf alpenvereinaktiv.com:

Durch das Polenztal zur Gautschgrotte und zur Brandaussicht

Suchbegriff im Freitextfeld: „Polenztal Gautschgrotte“

Hinweis: Die Tour beginnt in der Tourenbeschreibung am Wanderparkplatz an der Ziegenrückenstraße (Verbindungsstraße zwischen Waltersdorf und Rathewalde/Hohnstein), jedoch kann sie auch bequem von Rathen aus gestartet werden, indem wir zunächst durch den Ort ostwärts zur Information (Haus des Gastes) laufen, dort links über Koppelsgrund und Füllhölzelweg (roter waagerechter Strich) zu jenem Ausgangspunkt wandern. Die Tour verlängert sich hierdurch allerdings ebenfalls um rund fünf Kilometer (hin und zurück – gemessen vom Fähranleger), so dass hierdurch eine fast 20 km lange Tour entsteht.


Tour 4

Vom Gamrig über Rathen zum Lilienstein

Eine Wanderung zum Lilienstein, dem Hausberg und Wahrzeichen des Nationalparks Sächsische Schweiz, die durch abwechslungsreiche Landschaftsabschnitte im Rathener Gebiet führt.

Diese mittelschwere Tour verläuft durch bewaldete Täler, den schönen Kurort Rathen, zum Gamrig mit seiner schönen Aussicht und seiner großen Höhle, entlang der Elbe sowie über Felder zum Lilienstein, der aufgrund seiner markanten Form weithin sichtbar ist.

  • Schwierigkeit: mittelschwer
  • Strecke: 17,8 km
  • Dauer: 4,5 Stunden
  • Auf-/Abstieg: 590 hm

Hier geht es zur Tour auf alpenvereinaktiv.vom:

Vom Gamrig über Rathen zum Lilienstein

Suchbegriff im Freitextfeld: „Gamrig Rathen Lilienstein“

Hinweis: Die Tour beginnt in der Tourenbeschreibung am Wanderparkplatz an der Ziegenrückenstraße (Verbindungsstraße zwischen Waltersdorf und Rathewalde/Hohnstein), jedoch kann sie auch bequem von Rathen aus gestartet werden, weil die Route sowieso durch Rathen verläuft. Somit verkürzt sich die Tour bei ansonsten gleicher Route lediglich um die Strecken von und zu jenem Wanderparkplatz (ab dem Gamrig die Wanderwege Gamrigweg und Füllhölzelweg) um gut drei Kilometer auf etwa 14,6 km (Schwierigkeit dann eher leicht).


Eindrücke aus der Sächsischen Schweiz (Teil 2)

Tourenberatung: Wanderregion Sächsische Schweiz – Teil I – Wanderstützpunkt Bad Schandau

Wer zum Wandern in das Elbsandsteingebirge reisen möchte, findet in dem Elb-Ort Bad Schandau einen idealen Ausgangspunkt für Touren in die Hintere Sächsische Schweiz. Insbesondere für die klimafreundliche Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Ort perfekt geeignet. Regelmäßige Bahn-Direktverbindungen mit dem EC von Berlin nach Bad Schandau in unter drei Stunden (sowie halbstündlicher S-Bahnverkehr zwischen Dresden Hbf. und Schmilka-Hirschmühle an der tschechischen Grenze) sorgen für eine erstklassige Erreichbarkeit.

Das mittlerweile recht quirlige Zentrum von Bad Schandau hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Touristenmagneten entwickelt. Dafür sorgen die vielen Unterkunftsmöglichkeiten in allen Kategorien, nette kleine Geschäfte, Einkaufsmöglichkeiten (z. T. sieben Tage/Woche, auch Feiertags), mehrere Cafés und Gaststätten, das Tourismusbüro sowie das hiervon einen Steinwurf entfernte „Aktivzentrum Sächsische Schweiz“ mit Ausrüstungsverleih und Angeboten von geführten Touren fast aller Art.

In Bad Schandau laufen auch die Fäden für die gut getakteten Weiterfahrten mit den verschiedenen Wanderbussen oder Fähren in die hinteren bzw. linkselbischen Wandergebiete zusammen.

Aber auch ohne eine Weiterfahrt lassen sich direkt aus Bad Schandau wunderschöne Touren starten.

Eine mittelschwere Tour möchte ich euch hier vorstellen:

Panoramatour aus Bad Schandau auf die Schrammsteine

Eine wunderschöne Panorama- und Schluchtentour in die atemberaubende und abenteuerliche Felsenwelt der Schrammsteine

Wer die Sächsische Schweiz besucht, wird mit Sicherheit eine Tour zur Schrammsteinaussicht und über die Schrammsteine machen wollen. Schon beim Zustieg zu den Schrammsteinen über den Ortsteil Ostrau kommen wir an wunderbaren Aussichtsplätzen und sehenswerten alten Villen vorbei. Der schöne Weg zur Aussicht an der Emmabank sowie der Abstiegspfad durch das idyllische Meergründel führen uns allmählich in die Welt der Sandsteinfelsen, die uns dann beim Aufstieg durch den Lattengrund Respekt einflößend nah links und rechts des Weges einen Vorgeschmack auf das bieten, was uns in Kürze beim Durchschreiten des Schrammtores erwarten wird. Unangefochtene Höhepunkte der Tour sind der Aufstieg durch die engen Schlüchte des Wildschützensteigs und das atemberaubende Panorama von der Schrammsteinaussicht. Beim anschließenden Überschreiten der Schrammsteine bieten sich uns weitere wunderschöne Aussichten

Start/Ziel

Bad Schandau am Markt (Kirche) (121 m)

Koordinaten: Geographisch 50.917369, 14.153969, UTM 33U 440529 5640976

Wegbeschreibung

Wir starten, indem wir am Zebrastreifen die Straßenseite wechseln und durch die Kirchstraße bis zum Basteiplatz laufen. Hier rechts bis zur Kirnitzschtalstraße, diese sowie anschließend die Bachbrücke überqueren und durch den Kurpark am Brunnen vorbei zur Badallee. Zwischen den Häusern beginnt der Wanderweg. Es geht anfangs über Treppen aufwärts, bis wir das große in den Felsen eingebrachte Lutherdenkmal erreichen. Von dort steigen wir weiter auf und haben nach einer Viertelstunde seit dem Start eine Aussichtsstelle erreicht, die einen Blick über Bad Schandau und über die Elbe erlaubt.

Wir wandern nun ein kurzes Stück kaum ansteigend weiter. An der zweiten Weggabelung halten wir uns rechts in Richtung des Luchsgeheges, welches nach kurzer Zeit rechts von uns erscheint. An der Weggabelung hinter dem Luchsgehege bleiben wir links und wandern weiter aufwärts durch den Wald. Kurz vor dem Ende des Waldes bleiben wir rechts und entdecken bereits die 2019 eröffnete Aussichtsplattform, die sich an der Straße „Ostrauer Ring“ befindet. Von hier können wir u. a. den großen und den kleinen Zschirnstein, den Kleinhennersdorfer Stein und den Papststein sehen. Wir laufen an der Straße grob in östliche Richtung weiter – die wunderschönen Sendig-Villen, ein Kneippbecken sowie ein Kinderklettergerüst mit einigen Trimm-dich-Geräten passierend. Kurz danach haben wir am südöstlichen Ortsrand von Ostrau einen traumhaften Blick über weite Felder auf den Falkenstein und auf die Schrammsteine. Hier verlassen wir den bebauten Bereich und biegen rechts auf einen Wanderweg ab (grüner Punkt)

Bereits nach wenigen Metern geht vom Wanderweg links ein schmaler Pfad (Emmabankweg ist ausgeschildert) ab, dem wir folgen müssen, um in einer Viertelstunde zur Emmabank, einer weiteren Aussichtsstelle, zu gelangen (etwa eine Dreiviertelstunde seit dem Start).

Wir folgen dem Pfad weiter und bekommen allmählich einen ersten kleinen Eindruck von der Sandsteinwelt. Der Pfad schlängelt sich entlang einiger kleiner Schluchten, zwischendurch ragen anfänglich auf der rechten Seite bereits die Felsen der Schrammsteine durch den Wald.

An der Abzweigung „Meergründel/Schrammsteinbaude“ biegen wir nach etwa zehn Minuten ab und steigen durch ein wildromantisches kleines Tal ab – aber nicht bis zur Schrammsteinbaude. Keine 100 Meter zuvor zweigt nämlich nach rechts zwischen den Grundstücken ein schmaler Weg ab, der uns zum Lattengrund führt (blauer Querstrich).

Nach 150 Metern überqueren wir im Zahnsgrund die Straße und beginnen auf der anderen Seite unseren Aufstieg durch den Lattengrund. Erst einmal sind recht viele Stufen zu überwinden. Die Schlucht wird zunehmend schmaler und felsiger, bis es durch ein kleines Felsentor und durch einen recht engen Schlauch hindurchgeht. Dahinter weitet sich die Schlucht wieder und wir steigen wieder über Stufen aufwärts. Wenn wir die letzten Stufen bewältigt haben macht der Weg einen deutlichen Rechtsknick. Kurzfristig haben wir hier einen schönen Blick auf den jetzt schon recht nahen Falkenstein. Der nun folgende Wegabschnitt führt zehn Minuten lang unspektakulär durch den Wald bis zu einer großen Wegkreuzung. Wir überqueren diese und gehen geradeaus (nordöstlich) weiter zum bereits sichtbaren eindrucksvollen Schrammtor mit seinen bizarren Felsen. Wir durchschreiten diese stark erodierten teils goldgelben Sandsteinfelsen inmitten von links und rechts erdrückend aufragenden senkrechten Wänden.

Ohne Höhenunterschiede schlängelt sich der Wanderweg rechts der Schrammsteinfelsen entlang, bis nach zehn Minuten linksseitig der „Wildschützensteig“ abgeht (ausgeschildert – nur im Aufstieg). Anfänglich über eine kurze Rampe, dann weiter über Leitern, Treppen und durch mehrere enge Schluchten geht es nach oben zum Schrammsteinweg/Picknickplatz mit mehreren Bänken führt (zehn Minuten). Von hier sind es noch fünf Minuten mit leichter Kraxelei und über Leitern zur Schrammsteinaussicht.

Vom Aussichtspunkt steigen wir auf gleichem Weg wieder ab bis zum Schrammsteinweg/Gratweg, den wir im ersten Teil durchaus spannend im stetigen Auf- und Ab über Treppen und Leitern entlang wandern. Wir folgen fortan der blauen Strichmarkierung. Einmal müssen wir etwas aufpassen, um nicht über den rechtsseitig abgehenden „Jägersteig“ abzusteigen – also links halten. Im weiteren Verlauf wird der Weg etwas zahmer und wir bewegen uns ohne nennenswerte Höhenunterschiede weiter auf dem Schrammsteinweg in ostsüdöstliche Richtung.

Nach einer knappen Stunde seit der Schrammsteinaussicht erreichen wir die großflächige Aussichtsstelle an der Breiten Kluft, von der es sich herrlich nach Süden bzw. Südosten über die südlichen Ausläufer der Schrammsteine und über die Elbe blicken lässt. Im Vordergrund befindet sich der markante einzeln stehende Rauschenstein, von dem wir nur die Westflanke sehen, der aber von den Gesteinsausmaßen fast doppelt so groß ist wie der riesige Falkenstein.

An der Breiten-Kluft-Aussicht macht unser Wanderweg einen Schwenk nach links bzw. Norden und nach kurzer Zeit wieder rechtwinkelig nach rechts in Richtung Osten (immer noch blauer Querstrich). Dieser markante Wegknick, an dem wir auf die Nordseite der Felsen wechseln, zeigt uns an, dass wir in knapp 400 Metern bzw. etwa sieben Minuten nach links durch die „Lehne“ unterhalb der Lorenzwände absteigen und der Wegmarkierung mit dem grünen Querstrich folgen müssen (Wegweiser). Einen Kilometer lang verlieren wir in schöner und ruhiger Umgebung bis zu einer Wegkreuzung sanft an Höhe. An dieser Kreuzung links weiter der gelben Strichmarkierung folgen, die für den nächsten Kilometer unserer Orientierung dienen soll. Nach dieser Kreuzung kommt bereits nach knapp 150 Metern erneut eine Wegkreuzung, an der wir links weiter wandern. Auf diesem Weg umlaufen wir die Schrammsteine an deren Nordseite – dichter Wald verhindert jedoch bis auf wenige Ausnahmen eine Sicht auf die Felsen. So bemerken wir auch kaum, dass wir in einer langgezogenen Rechts-Links-Kurve den Hohen Torstein passieren, der vorhin von der Schrammsteinaussicht aus gesehen recht gewaltige Ausmaße hatte. Wenn der Weg dann jene große Linkskurve macht, zweigt schon kurz darauf rechts der Weg in den Schießgrund ab (ab jetzt grüner Punkt). Durch diesen steigen wir dann in einer traumhaften Schlucht ab, nachdem wir noch eine Aussicht auf den nahen Falkenstein genossen haben. Optional bietet sich von hier aus auch die Möglichkeit an, den Falkenstein zu umwandern.

Nachdem wir am Ende des Schießgrunds den Parkplatz an der Straße im Zahnsgrund erblickt haben, wechseln wir links von diesem die Straßenseite und entdecken sogleich unseren Weiterweg. Der Zschiehädelweg ist auch ausgeschildert, aber unmarkiert. Wir müssen ihm aber einfach nur aufwärts folgen – jedoch nicht, ohne die markanten und beeindruckenden Felsen, die einen runden Felsblock festzuhalten scheinen, auf unserer rechten Seite bestaunt zu haben. Im Aufstieg erkennen wir ein Haus an einem interessant gewählten Platz, denn dieses Haus ist direkt auf einem der Felsriffe gebaut worden. Am oberen Ende des Zschiehädelwegs wird der Weg breit und wir laufen zwischen Feldern direkt zur Falkensteinstraße, der Verbindungsstraße nach Ostrau, welche die gleiche ist, die wir im Zahnsgrund gerade überquert hatten.

Wir überqueren sie erneut, um auf den Fußweg gegenüber zu gelangen. Auf diesem nun links bis zu einem großen Spielplatz auf der linken Seite am östlichen Ortsrand von Ostrau. Zwischendurch bietet sich von der Straße noch einmal ein tolles Panorama zu den Schrammsteinen und dem Falkenstein.

Am Spielplatz führt ein Weg entlang, der uns zur prächtigsten Aussicht ganz Ostraus leitet. Denn genau am rechtwinkeligen Wegknick eröffnet sich uns nach Osten ein wundervoller Blick zu den Schrammsteinen und nach Süden zu den linkselbischen Tafelbergen. Direkt vor uns befinden sich an der so genannten Ostrauer Scheibe die Rapsfelder, die im Mai mit ihrem leuchtenden Gelb eine traumhafte, fast schon kitschig schöne Kulisse abgeben.

Kurz darauf kommen wir zur Straße Ostrauer Ring, der wir schräg links gegenüber an der Falkenstein-Klinik vorbei folgen. Hier gibt es mit einem Imbiss, der Bistro in der Klinik sowie der Gaststätte „Turmeck“ gleich mehrere Einkehrmöglichkeiten. Danach weiter der Straße Ostrauer Ring entlang und im Verlauf halb rechts haltend über den Schanzenweg bis zum Wald. Die Straße wird zur Sackgasse und durch einen Wanderpfad fortgeführt (Bergsteigerpromemade), auf dem wir nach Bad Schandau absteigen. Im unteren Bereich noch einmal links und gleich wieder rechts und wir erreichen wieder die Badallee in Bad Schandau. Jetzt können wir durch den Kurpark entlang des Flößersteigs an der Kirnitzsch wieder zum Ortskern und zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückkehren.

  • Schwierigkeit:     mittelschwer
  • Strecke:                16,4 km
  • Dauer:                  5:30 h
  • Auf-/Abstieg:       602 hm

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

  • mit der Bahn (EC) bis zum Nationalpark-Bahnhof Bad Schandau fahren (mehrmals täglich)
  • mit der Bahnhofsfähre auf die andere Seite der Elbe nach Bad Schandau übersetzen (halbstündlich)

oder

  • mit der Bahn bis Dresden Hauptbahnhof fahren
  • vom Dresden Hbf. mit der S1 bis Bad Schandau (halbstündlich)
  • mit der Bahnhofsfähre auf die andere Seite der Elbe nach Bad Schandau übersetzen (halbstündlich)

Anfahrt mit dem Kfz.

  • aus Dresden die A17 in Richtung Pirna fahren
  • Abfahrt auf die B172a nach Pirna
  • in Pirna weiter auf der B172 nach Bad Schandau (ausgeschildert)

Parken

  • großer Parkplatz in Bad Schandau am Elbkai (gebührenpflichtig)
  • kleiner Parkplatz (10 Pkw) am Anfang der Kirnitzschtalstraße kurz hinter der Rechtskurve auf der linken Seite (gebührenpflichtig)

Sicherheitshinweise

  • Kinder beaufsichtigen
  • Die Stufen und Leitersegmente auf dem Wildschützensteig und auf dem Gipfelanstieg können bei Nässe sehr rutschig sein.

Ausrüstung

  • normale Wanderausstattung für eine Tagestour
  • feste Wanderschuhe (am besten knöchelhoch, Kategorie A/B oder B)

Weitere Infos und Links

  • Die Wanderung ist nicht für Hunde geeignet.
  • Einkehrmöglichkeiten sowie Toiletten in Ostrau und an der Schrammsteinbaude im Zahnsgrund – in und auf den Schrammsteinen keine Möglichkeit

Kartenempfehlungen des Autors

  • Stadtplan und Wanderkarte „Bad Schandau und Umgebung“, 1 : 10.000, von Dr.-Ing. Rolf Böhm Bad Schandau

und Wanderkarte der Sächsischen Schweiz „Schrammsteine, Affensteine“, 1 : 10.000, von Dr.-Ing. Rolf Böhm Bad Schandau (beide Karten notwendig, empfehlenswert)

oder

  • Wander- und Radwanderkarte Hintere Sächsische Schweiz Nr. 91, Blatt 1 (Schrammsteine, Affensteine, Zschirnsteine), 1 : 15.000, Sachsen Kartographie GmbH

Die Tour ist mit mehr Bildern und weiteren Informationen im Tourenportal des Deutschen Alpenvereins (DAV)

alpenvereinaktiv.com

oder unter Rubrik „Wanderung“ und dem Suchbegriff „Sächsische Schweiz“ oder in der Freitextsuche mit den Suchbegriffen „Panoramatour Schrammsteine“ abrufbar.


Weitere Touren, die direkt in Bad Schandau starten:

Aus Bad Schandau zu den Tafelbergen Gohrisch, Papststein und Kleinhennersdorfer Stein

  • Schwierigkeit:     mittelschwer
  • Strecke:                14,7 km
  • Dauer:                  5:00 h
  • Auf-/Abstieg:       550 hm

Hier geht´s zur Tour


Aus Bad Schandau zur Schrammsteinaussicht und auf die Hohe Liebe

  • Schwierigkeit:     mittelschwer
  • Strecke:                15,4 km
  • Dauer:                  4:30 h
  • Auf-/Abstieg:       537 hm

Hier geht´s zur Tour


Panoramawanderung um Bad Schandau

  • Schwierigkeit:     leicht
  • Strecke:                12,8 km
  • Dauer:                  4:00 h
  • Auf-/Abstieg:       326 hm

Hier geht´s zur Tour


Aus Krippen bei Bad Schandau zum Kohlbornstein

  • Schwierigkeit:     leicht
  • Strecke:                11,9 km
  • Dauer:                  4:00 h
  • Auf-/Abstieg:       468 hm

Hier geht´s zur Tour


Rundwanderung um Bad Schandau im Elbsandsteingebirge

  • Schwierigkeit:     leicht
  • Strecke:                7,8 km
  • Dauer:                  2:30 h
  • Auf-/Abstieg:       170 hm

Hier geht´s zur Tour


Flößersteig

  • Schwierigkeit:    mittelschwer
  • Strecke:                13,2 km
  • Dauer:                  3:30 h
  • Auf-/Abstieg:       170 hm / 95 hm

Streckenwanderung – Rückfahrt nach Bad Schandau mit dem Wanderbus 241

Hier geht´s zur Tour


Eindrücke aus der Sächsischen Schweiz (Teil 1)

Ausrüstungsspezial: Stirnlampen

Die Beleuchtung während unserer Touren erlangt insbesondere in der „dunklen“ Jahreszeit mit ihren wenigen Tageslichtstunden eine hohe Bedeutung.

Ob beim Feierabendlauf oder Geocaching, als Leselampe im Bettenlager oder einfach nur als Orientierungslicht für nächtliche Toilettengänge auf dem Zeltplatz oder in der Hütte – fast jede(r) Outdoorsportler(in) hat schon eine Stirnlampe gebraucht und sie schätzen gelernt. Andere haben sich bisher lieber mit dem Smartphone-Licht oder bestenfalls mit einer Taschenlampe begnügt. Vielleicht, weil sie die Anschaffung bisher für unnötig gehalten haben. Spätestens aber, wenn beide Hände für die Ausübung der Aktivität oder Sportart benötigt werden, führt kein Weg an einer Stirnlampe vorbei. Als Grundregel sollte unbedingt beachtet werden, dass bei jeder langen Tagestour – auch im Sommer – eine Stirnlampe pro Person im Gepäck sein muss, vor allem in den Mittelgebirgen und in den Alpen. Sollte nämlich der Zeitplan doch einmal ungewollt aus den Fugen geraten und die Dunkelheit hereinbrechen, so kann mithilfe einer vernünftigen Lichtquelle zumindest der einhergehenden Begleiterscheinung der Orientierungslosigkeit begegnet werden. Denn wenn eine Orientierung unmöglich wird und die zweite Begleiterscheinung der Dunkelheit, nämlich die Kälte, zum ernsten Problem wird, kann aus einer harmlosen Wanderung eine lebensbedrohliche Situation entstehen – und das bereits in den Mittelgebirgen.

Weiterlesen „Ausrüstungsspezial: Stirnlampen“