Naturerkundungstour durch das urige Briesetal nördlich von Berlin

Wer würde glauben, dass nur wenige Minuten vom nordwestlichen Stadtrand Berlins entfernt ein wahres Naturparadies auf uns wartet.

Das Schöne daran ist, dass die technische leichte Wanderung im Mühlenbecker Land ohne Höhenunterschiede aus Berlin auch wunderbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.

Ich empfehle, unbedingt ein Fernglas sowie eine Kamera mitzunehmen, weil es auf der interessanten Rundtour sehr viel zu entdecken gibt. Diese Wanderung kann beliebig abgekürzt oder ausgedehnt werden. Vom kurzen Spaziergang bis zur knapp 18 Kilometer langen Wanderung ist alles möglich, denn es gibt in regelmäßigen Abständen immer wieder Gelegenheiten, die Briese zu überqueren und die Länge der Tour individuell anzupassen. Wer sich aufmerksam durch das sumpfige Tal entlang des kleinen Flüsschens Briese bewegt, wird allerhand farbenprächtige und interessante Tiere zu Gesicht bekommen, z. B. Krickenten, Stieglitze, Schwarzspechte, Buntspechte, Mönchsgrasmücken mit ihren schwarzen Häubchen und natürlich jede Menge Buchfinken, die im Frühjahr pausenlos ihre durchdringenden Balzrufe durch den Wald schallen lassen. Aber auch Greifvögel gleiten mit ihren teilweise beeindruckenden Spannweiten lautlos durch die Landschaft.

Ein ganz anderes geheimnisvolles Wesen hinterlässt seine unübersehbaren Spuren im und am Wasser – der Biber. Wer Biber in dieser wilden Flora und Fauna beobachten möchte, muss allerdings schon etwas mehr Glück haben, denn diese lassen sich im Normalfall nicht so einfach blicken. Sie leben als eher nachtaktive Tiere tagsüber zurückgezogen in ihren Biberbauten. Mindestens drei große Biberstaudämme gibt es zu bewundern, die durchaus für einen Niveau-Unterschied des Wasserstands von rund einem halben Meter sorgen. Biber benötigen eine Wassertiefe von mindestens 70 cm, um ihren Zugang zum Bau für uns Menschen unsichtbar unter Wasser einzurichten. Sie ernähren sich ausschließlich pflanzlich, am liebsten fressen sie die Rinde von Weichholzbäumen (so genannte Weichholz-Auen). Sie können dabei Bäume mit beachtlichem Umfang durchnagen, um an die für sie leckere Rinde zu gelangen. Überall sieht man die Sanduhrgeformten Nagespuren an den Bäumen. Wird diese „Sanduhr“ zu instabil, fällt der Baum um und das große Fressen kann beginnen.

Die Briese, die im nordöstlich des Briesetals gelegenen Wandlitzer See entspringt, hat nur eine Länge von etwa 16 Kilometern und mündet westlich von Birkenwerder in die Havel.

Je nachdem, mit welchem Verkehrsmittel wir anreisen, können sich unterschiedliche Start- und Endpunkte ergeben.

Anfahrt mit dem Auto:

  • Autobahn A 10 bis Ausfahrt 34/Mühlenbeck
  • über „Summt“/Summter See in Richtung Oranienburg (nördlich von Summt links halten)
  • auf der kleinen Bundesstraße knapp 3 Kilometer bis zum Wanderparkplatz an der Schlagbrücke (Achtung – nicht vorbeifahren, dieser befindet sich direkt vor Linkskurve) oder
  • in Summt hinter einer leichten S-Kurve links halten und in westliche Richtung bis zum Großparkplatz für Ausflügler und Wanderer am Kletterwald im Briesetal/Gaststätte Briesekrug

Anfahrt mit ÖPNV:

  • Mit der S-Bahn S 1 (Wannsee – Oranienburg) bis zum S-Bahnhof Borgsdorf fahren (Achtung B/C-Ticket)
  • auf der Friedensallee in östliche Richtung laufen, an einer Weggabelung nach 300 Metern rechts halten und bis in das Briesetal weiter (gut 2 Kilometer zusätzlich pro Strecke).

Karte:

  • Pharus-Plan „Berliner Norden“ – Briesetal u. Wandlitzer Seen, 1 : 40.000 oder
  • „Schöne Heimat“ Radwander- und Wanderkarte“ Naturpark Barnim, Dr. Barthel Verlag – Wandlitzer See und Umgebung“, 1 : 35.000 (GPS-fähig)

Ausstattung:

  • normale Wanderausstattung je nach Wetterlage
  • festes Schuhwerk Kategorie A bzw. A/B
  • ggf. Insektenschutz

Einkehrmöglichkeiten:

  • nahe Borgsdorf am Briesesee
  • „Alte Försterei“ Wensickendorf am nordöstlichen Teil der Route (zwischen Schlagbrücke und Zühlsdorf) – Achtung: b. a. W. Coronabedingte Einschränkungen und Schließungen in allen Gaststätten möglich – daher unbedingt Selbstverpflegung mitführen

Hier geht´s zur Tour auf alpenvereinaktiv.com

Autor: Lars

Meine Leidenschaft zum Wandern begann schon während meiner Kindheit, in der ich viel im Bayerischen Voralpenland und in den Bergen Österreichs unterwegs war. Heute biete ich als ausgebildeter Wanderleiter des AlpinClubs Berlin, einer Sektion des Deutschen Alpenvereins, geführte Touren sowohl in den Alpen als auch in den Mittelgebirgen in und um Deutschland an. Als offizieller Autor des DAV-Online-Tourenportals alpenvereinaktiv.com erstelle ich darüber hinaus leidenschaftlich gern Tourenberichte.

Ein Gedanke zu „Naturerkundungstour durch das urige Briesetal nördlich von Berlin“

  1. Super Tipps lieber Lars ! Das Tal kennen wir noch nicht… bei unserem Besuch werden wir dieses Mal an das Fernglas denken … 😃

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