Ausrüstungsspezial: Stirnlampen

Der Herbst nähert sich unaufhaltsam mit großen Schritten, so dass dem Thema Beleuchtung bei den kürzer werdenden Tagen eine hohe Bedeutung beigemessen werden muss. Ob beim Feierabendlauf oder Geocaching in der dunklen Jahreszeit, als Leselampe im Bettenlager oder einfach nur als Orientierungslicht für nächtliche Toilettengänge auf dem Zeltplatz oder in der Hütte – fast jede(r) Outdoorsportler(in) hat schon eine Stirnlampe gebraucht und sie schätzen gelernt. Andere haben sich bisher lieber mit dem Smartphone-Licht oder bestenfalls mit einer Taschenlampe begnügt. Vielleicht, weil sie die Anschaffung bisher für unnötig gehalten haben. Spätestens aber, wenn beide Hände für die Ausübung der Aktivität oder Sportart benötigt werden, führt kein Weg an einer Stirnlampe vorbei. Als Grundregel sollte unbedingt beachtet werden, dass bei jeder langen Tagestour eine Stirnlampe pro Person im Gepäck sein muss, vor allem in den Mittelgebirgen und in den Alpen.

Zunächst einmal gilt es, für sich selbst herauszufinden, welches Einsatzgebiet (vom abendlichem Hunde-Spaziergang bis zu anspruchsvollen Höhlenbefahrungen) die Stirnlampe abdecken soll und welche Funktionen und Eigenschaften vorhanden sein sollen. Der Markt bietet inzwischen eine unüberschaubare Anzahl an Stirnlampen. Dutzende Hersteller haben, insbesondere für Einsteiger, verwirrend große Produktpaletten und locken die Kunden mit, wie ich persönlich finde, teilweise verspielten (bis unnötigen) Ausstattungen (z. B. Helligkeitssteuerung über eine Smartphone-App).

Ich möchte euch hier nun checklistenartig die wesentlichen Beurteilungs- und Entscheidungskriterien gegenüberstellen, ohne auf bestimmte Fabrikate einzugehen (der Markt ist hierfür zu schnelllebig). Wer direkte Empfehlungen haben möchte, kann mich gern kontaktieren. Das sind dann aber meine persönlichen Empfehlungen und diese sind dann natürlich eher als subjektiv zu betrachten. Wenn ihr aber die nachfolgende Checkliste systematisch durchgeht und dabei jeweils eure individuellen Schwerpunkte setzt, könnt ihr gezielt auf die Suche im Handel gehen. Grundsätzlich solltet ihr bei eurer Auswahl nach dem Je-Desto-Prinzip vorgehen. Je ernsthafter die Aktivität ist, desto höher sollten die Ansprüche sein.

  • Lichtausbeute: Wichtig ist eine helle gleichmäßige Ausleuchtung ohne einen zu scharf abgegrenzten Lichtkegel (was für die Augen sehr anstrengend sein kann). Sie soll weit leuchten und trotzdem den Bereich abseits des Wegrandes erhellen. Idealerweise nimmt der Lichtkegel nach außen (zum Rand) hin gleichmäßig ab, so dass es keine scharf abgegrenzte Hell-Dunkel-Grenze gibt. Außerdem darf sie mich nicht selbst blenden – einige Modell neigen hierzu. Bei der physikalischen Messgröße der Lichtstärke für Stirn- und Taschenlampen, den „Lumen“ (Lichtstrom), sollte man sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht pauschal von hohen Herstellerangaben blenden lassen. Einheitlicher Test- bzw. Vergleichsstandard sind die von den Herstellern gemessenen und angegebenen Lumen nach dem ANSI/NEMO FL 1 Standard* (oft angegeben als ANSI-Lumen). Für mich persönlich entscheidend ist hierbei der subjektive Eindruck des Lichts, der manchmal durchaus im Widerspruch zu den angegebenen Lumen sein kann. Hier hilft nur ausprobieren.
  • Wie viele Leuchtmodi? Die Überlegung hierbei: Lieber eine einfach zu bedienende Lampe mit wenigen Leuchtstufen oder die „eierlegende Wollmilchsau“? Das ist eine reine Geschmackssache. Mindestens zwei bis drei unterschiedliche Helligkeitsmodi besitzen gegenwärtig alle auf dem Markt befindlichen Lampen. Hierzu findet ihr unter dem Punkt Bedienung nähere Informationen.
  • Batterieversorgung? Standardbatterien? Aufladbarer Akku? Proprietäre Batterieversorgung? Hybrid? Die Art der Stromversorgung ist vor allem eine Sache des Einsatzgebiets und der Verfügbarkeit von Ersatzbatterien bzw. von Nachlademöglichkeiten. Wenn z. B. ein Satz Batterien/Akkus über den Zeitraum einer mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Outdoortour in einer entlegenen Gegend durchhalten muss, sollte man vielleicht besser zu einem Ausdauertalent mit Standardbatterien greifen. Oder soll es eher ein brutales Kraftpaket für kürzere und rasantere Aktivitäten sein, weil die Verfügbarkeit einer Stromquelle nach der Tour kein Problem darstellt. Oder ein Kompromiss aus beiden? Interessant sind die neuen „Hybridmodelle“, die unterschiedliche Stromversorgungen zulassen. Bei manchen Modellen ist beispielsweise ein Wechselakku über eine Micro-USB-Schnittstelle aufladbar und während der Ladephase können AAA-Batterien bzw. NiMH-Akkus verwendet werden, so dass die Lampe weiter im Gebrauch sein kann. Andere Firmen wiederum bieten eine sehr leistungsfähige Stromversorgung mit einem 2600 oder 3500 mAh 18650-Lithiumakku an, der ebenfalls direkt in der Lampe via Mini-USB-Schnittstelle geladen werden kann. Ersatzweise vertragen solche Lampen auch zwei gängige und fast überall erhältliche CR123-Lithiumbatterien. Der Vorteil von Lithiumzellen besteht in der hohen Kältestabilität und der gleichbleibenden Leistungsabgabe. Proprietäre Akkuversorgungen einiger Hersteller hingegen haben den Nachteil, dass man an das firmenspezifische Auflade-System gebunden ist. Bei diesen Lampen muss ich mir im Klaren darüber sein, dass ggf. eine Powerbank oder ein Solarpanel mit in das Gepäck muss, wenn man in abgelegenen Regionen ohne regelmäßige Stromversorgung unterwegs ist. Wenn die Lampe nachts während des Gebrauchs schwächelt, hat man keine Batteriewechsel-Option. 
  • Batterielaufzeit: Ausdauerwunder versus Lichtschwert für abendliche Läufe oder lieber ein Allrounder als Kompromiss aus beidem? Während manche Stirnlampen in der schwächsten Leuchtstufe mehr als 300 Stunden Licht abgeben und sich für mehrwöchige Trekkingtouren fernab der Zivilisation eignen, schaffen andere nur rund 20 Stunden. Oftmals reicht bei den o. a. Outdooraktivitäten die schwächste Stufe aus, um in der Dunkelheit die notwendigsten Dinge zu erledigen (z. B. Zeltaufbau, Kochen). Wer hingegen schnelle Geländeläufe in anspruchsvoller Umgebung macht, muss jeden Stein auf dem Weg erkennen können und legt weniger auf die Ausdauer wert als vorrangig auf eine massive Lichtausbeute bei dementsprechend kürzerer Batterielaufzeit. Hier muss der persönliche Schwerpunkt gesetzt werden.
  • Wasser- und Staubdichtigkeit: Welche IP-Klasse** (International Protection) bezüglich der Wasser- und Staubdichtigkeit benötige ich? Eine Tabelle mit den IP-Klassen findet ihr im Anschluss. Minimalforderung sollte auf jeden Fall die IP 54 sein (5 für Schutz gegen Staubablagerungen und 4 für Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen). Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Schutzklasse IP 4 bei einem richtigen Land-/Starkregen nicht ausgereicht hat und Wasser in die Lampe eingedrungen ist. Vor dem Kauf sollte man sich, unabhängig von der Herstellerangabe, den Lampenkörper mit den Dichtungen unbedingt näher anschauen. Grundsätzlich zuverlässig wasserdicht mit den Klassen IP 6 bis IP 8 sind alle Lampen mit einem Zylinder(rund)körper und Schraubverschluss mit einer so genannten O-Ring-Dichtung. Bei Lampen bzw. Batteriebehältern mit einer Ladebuchsenabdeckung aus Gummi sollte sorgfältig darauf geachtet werden, dass diese während des Einsatzes bei Regen und Schneefall gut geschlossen ist, weil das die Schwachstelle dieser Systeme ist. Im Übrigen brauchen Gummidichtungen ab und zu mal ein wenig Pflege, indem sie gereinigt und mit etwas Dichtungsfett eingeschmiert werden.
  • Einschaltsperre: Ganz wichtig! Für mich persönlich grundsätzlich ein Ausschluss-Kriterium, weil: Kleine Ursache – große Wirkung. Da die Stirnlampe während einer Wandertour meist im Rucksack eng zusammen mit anderen Ausrüstungsgegenständen transportiert wird, muss ausgeschlossen sein, dass sie unbeabsichtigt eingeschaltet werden kann. Denn gerade auf der oben erwähnten mehrwöchigen Tour wäre es mehr als ärgerlich, wenn die Batterien schlimmstenfalls schon am Anfang der Reise leer wären. Ich persönlich halte deshalb eine Einschaltsperre für enorm wichtig. Nicht alle Fabrikate haben eine solche. Ausgesprochen lästig ist es dann, wenn ich die Batterien vor dem Gebrauch erst immer einsetzen muss. Bei Lampen mit einem Zylinder(rund)körper und Schraubverschluss kann man sich wenigstens damit behelfen, den Batteriedeckel ein paar Umdrehungen zu lockern, bis der Stromkontakt zum Einschalten fehlt, was sich in der Praxis als durchaus praktikabel herausgestellt hat. Wer seine Stirnlampe lediglich für abendliche Läufe aufsetzt und diese nicht im Rucksack transportieren muss, wird das Fehlen der Einschaltsperre im Gegensatz zu mir vermutlich nicht als Ausschluss-Kriterium werten. 
  • Rot-, Grün- oder Blaulicht? Wer des Nächtens im Schlafquartier seine Mitbewohner(innen) nicht stören möchte, sollte eine Lampe mit einer zusätzlichen Rotlicht-Funktion wählen. Auch ist weiches rotes Licht z. B. beim nächtlichen Toilettengang, bei dem wir uns ja quasi wie im Halbschlaf zum Abort bewegen, für die eigenen Augen wesentlich entspannter als hartes weißes Licht. Es wird immer wieder behauptet, dass Wandern mit rotem Licht für die Augen prinzipiell angenehmer und weniger anstrengend ist und es wegen der geringeren Reflexionen besser die Nachtsichtfähigkeit und das räumliche Sehen erhält. Ich persönlich finde aber Wandern mit rotem Licht über einen längeren Zeitraum extrem anstrengend und es kostet mich eine enorme Konzentration, so dass ich es, wenn überhaupt, nur temporär verwende (z. B. wenn Tiere in der Nähe sind). Tiere (und auch Menschen) nehmen das rote Licht nicht so stark wie weißes Licht wahr und werden u. U. nicht sofort aufgeschreckt. Ich benutze beim nächtlichen Wandern lieber (ggf. gedimmtes) weißes Licht, weil ich damit trotz der stärkeren Reflexionen mehr erkennen kann, selbst wenn mein Eindruck vielleicht subjektiv ist. Ob das Vorhandensein von grünem oder blauem Licht notwendig ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Grünes Licht erleichtert das Kartenlesen bei Dunkelheit und ist für Jäger sinnvoll, weil das Wild nicht aufgeschreckt wird. Blaues Licht hingegen hilft beim Auffinden von Blutspuren (Blut erscheint schwarz).
  • Wo sollen sich die Batterien/Akkus befinden? Im Lampengehäuse versus separates Batterieteil? Ein separates Batteriepack hat eine oftmals um ein Vielfaches längere und stabilere Energieversorgung. Außerdem lässt sich das externe Batteriepack im Winter, sofern das Kabel lang genug ist, unter der Kleidung transportieren, was enorme Vorteile für den Wärmeerhalt der Energieversorgung und somit für die Leistungsfähigkeit bringt. Solche Stirnlampen sind für diejenigen interessant, die viel Power für lange und intensive Unternehmungen sowie bei Kälte brauchen (z. B. Wintertrekking oder Höhlenexpeditionen). Batterien im Lampenkörper hingegen sind der Kälte voll ausgesetzt und sorgen oftmals für eine größere Kopflastigkeit der Lampe (Auf-und-Ab-Schwingen der Lampe bei dynamischen Aktivitäten). Im Gegensatz dazu kann die externe Stromversorgung auch nachteilig sein, weil zusätzliche Kabel und Verbindungen manchmal Schwachstellen darstellen können (Kabelbruch vor allem an den Übergängen) und diese Modelle für dynamische Outdooraktivitäten (z. B. Geländeläufe) wegen des zusätzlichen Bauteils unvorteilhaft sind, selbst wenn das separate Batteriepack fest hinten am Kopfband getragen wird. Mein Fazit: Für die meisten Aktivitäten sind Lampen mit Batterien im Lampengehäuse vollkommen ausreichend, zumal es auch schon bei vielen Modellen eine Versorgung mit leistungsfähigen Lithium-Akkus gibt.
  • Verarbeitung: Ganz wichtig! Ein Schwachpunkt ist oft die Schwenk-Verbindung zwischen dem Lampenkörper und der Stirnplatte – woran die Neigung der Lampe verstellt werden kann. Diese(s) Gelenk(e) wirken manchmal fragil und nicht gerade sehr wertig. Bei Frost, wenn Kunststoffe meist noch unflexibler werden, besteht hier durchaus schon mal Bruchgefahr. Diesbezüglich sollte man sich die Modelle im Laden genau ansehen. Perfekt sind Modelle ohne Gelenke, denn wo kein Gelenk ist, kann auch keins kaputt gehen. Bei diesen lässt sich der Lampenkörper innerhalb einer ordentlich sitzenden Gummihalterung oder Edelstahlklammer stufenlos um etwa 100° rauf- und runterdrehen. Bei einigen Fabrikaten kann der Lampenkörper gar aus der Halterung entfernt werden und an einen separaten Wunschort gestellt oder geklippt werden, was die Flexibilität enorm erhöht. Einige Fabrikate vertragen aufgrund ihres Metallkörpers und der schwer zu zerstörenden Halterung auch schon mal eine unsanfte Behandlung, z. B. bei Anstößen während einer Höhlenbefahrung auf einem Helm montiert. Der Preis dafür ist meist eine höhere Kopf- bzw. Frontlastigkeit, welche sich im Auf- und Abschaukeln des Lampenkörpers bei dynamischen Bewegungen niederschlägt. Hier kann man nur nach dem alten Grundsatz verfahren „Einen Tod muss man sterben“.
  • Tragekomfort der Lampe: Die beste Stirnlampe ist die, bei der ich vergesse, dass  ich sie trage. Was den Sitz der Lampen und die Verstellbarkeit der Kopfbänder angeht, so gehören schlecht sitzende Modelle mit ganz wenigen Ausnahmen glücklicherweise der Vergangenheit an. Hier gibt es in der Regel nichts auszusetzen, wenn wir mal von der Kopflastigkeit bzw. dem Auf-und-Ab-Schwingverhalten einiger Modelle bei dynamischen Aktivitäten absehen, welches vor dem Kauf des Produktes durch Lauf- bzw. Kopfbewegungen ermittelt werden sollte. Denn ein zu stark wackelndes Modell raubt einem bei einem nächtlichen Lauf fast den Verstand. 
  • Bedienung: Mit der Bedienung sollte man sich vor dem Kauf im Geschäft ebenfalls vertraut machen. Wenn diese zu kompliziert ist, kann das während der Tour schon mal nervig sein. Man muss zwar für keine der am Markt befindlichen Lampen ein Atomphysiker sein, dennoch gibt es ziemliche Unterschiede. Man muss berücksichtigen, dass viele Nutzer diesen Ausrüstungsgegenstand nicht täglich benutzen. Vielmehr liegt die Lampe bei der Mehrzahl der Anwender die meiste Zeit unbenutzt im Rucksack, um wenige Male im Jahr zum Leben erweckt zu werden. Dann sollte man ohne längere Anlaufzeit bzw. ohne aufwändiges Studium der Bedienungsanleitung damit zurechtkommen. Schön also, wenn sich die Lampe intuitiv bedienen lässt. Wenn der Schalter jetzt noch mit Handschuhen bedient werden kann und der Batteriewechsel nicht mit der Opferung von Fingernägeln verbunden ist, erhöht das den Einsatzwert schon mal ganz erheblich. Es gibt im Handel wahre Alleskönner, die keine Ausstattungswünsche offen lassen (z. B. neun verschiedene Leucht-Modi plus die Dimmfunktionen, selbst bei den drei vorhandenen unterschiedlichen Farbmodi, die mit nur einem Schalter in Form von Einfachklick, Doppelklick und Halten des Schalters bedient werden müssen sowie noch eine zusätzliche separate Berührungsfläche an der rechten Seite für einen Boost-Modus). Klar, dass dies ein wenig zu Lasten der Bedienbarkeit geht. Wer jedoch für alle Lichtspiele mit einer einzigen Lampe gerüstet sein will, ist bei solch einer „eierlegenden Wollmilchsau“ an der richtigen Adresse.
  • Budget: Von knapp über 10 Euro bis rund 500 Euro reicht die Bandbreite der erhältlichen Modelle. Aber: Sehr teure Modelle müssen zwangsläufig nicht unbedingt die besseren bzw. geeigneten sein. Jedoch rate ich dazu, nicht unbedingt irgendwelche billigen Discounter-Eintagsfliegen zu kaufen, die mal beispielsweise als „Herbst-Outdoor-Aktion“ angeboten werden. Die Zuverlässigkeit bei harten Outdoor-Aktivitäten ist zweifelhaft und der Produktservice evtl. ausgesprochen schwierig. Gern werden auch im Internet reine „Lichtwunder“ aus Fernost mit unglaublichen Lumenzahlen zu sensationellen Preisen angeboten. Ich rate da lieber: Finger weg! Zur Erinnerung: Nach dem Je-Desto-Prinzip verfahren.

Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, dass es im Laden leider schwierig ist, die Leuchtleistung zu testen, so dass immer, trotz aller bebilderten Tests, mehr oder weniger die Katze im Sack gekauft wird. Auch ggf. im Geschäft vorhandene Testboxen in der Größe eines Schränkchens können da nicht wirklich weiterhelfen, bieten aber wenigstens einen kleinen Anhaltspunkt.

Erläuterungen:

* Der ANSI/NEMA FL1 Standard definiert die Helligkeit, Leuchtdauer, und Reichweite von Taschenlampen. Er ist ein von der ANSI (American National Standards Institute) und NEMA (National Electrical Manufacturers Association) ausgerufener Standard, um die Produktangaben der verschiedenen Taschen- und Stirnlampen Hersteller vergleichbar zu machen.

Helligkeit und Leuchtdauer: Die maximale Helligkeit wird in einer so genannten Ulbrichtkugel gemessen, und zwar 30 bis 120 Sekunden nach dem Einschalten der Taschenlampe. Anschließend wird gemessen, wie lange es dauert, bis die Helligkeit unterhalb 10% der anfänglich gemessenen Helligkeit sinkt. Diese Zeitdauer wird dann als „Laufzeit“ angegeben. „300 Lumen für 90 Minuten“ bedeutet also nicht, dass eine Lampe 90 Minuten mit exakt 300 Lumen durchläuft. Es bedeutet vielmehr, dass die Helligkeit nach 90 Minuten unter 300 Lumen sinkt.

Reichweite: Hier wird angegeben, in welcher Entfernung noch 0,25 Lux ankommen. Dies entspricht Mondscheinlicht in einer klaren Vollmondnacht. Ob man in dieser Entfernung tatsächlich noch etwas erkennen kann, hängt davon ab, wie kontrastreich sich ein angestrahltes Objekt von der Umgebung absetzt. Einen weißen Kirchturm vor schwarzem Himmel kann man auch mit wenig Licht besser erkennen als beispielsweise ein schwarzes Wildschwein vor einem Baum. Für die persönliche Ermittlung einer einigermaßen realistischen Entfernung sollte man die vom Hersteller angegebene Reichweite etwa durch 3 teilen.

Der FL1-Standard regelt darüber hinaus u. a. auch noch die

Stoßfestigkeit:

Die Stoßfestigkeit der Produkte wird durch einen wiederholten Fall-Test aus einem Meter Höhe auf einen Betonboden verifiziert.

Um den Test zu bestehen müssen fünf gleiche Produkte dabei sechs Mal aus verschiedenen Winkeln den Beton treffen und dürfen danach keine sichtbaren Risse aufweisen.

IP-Schutzklassen:

IP-Schutzklassen

Hier nun noch ein paar Bilder, auf denen beispielhaft unterschiedliche Varianten der Ausleuchtung dargestellt werden. Letztendlich ist es der persönliche Geschmack, der entscheidet. Wer vor dem Kauf die Möglichkeit hat, sollte die Lampen dahingehend auf jeden Fall testen.

Autor: Lars

Meine Leidenschaft zum Wandern begann schon während meiner Kindheit, in der ich viel im Bayerischen Voralpenland und in den Bergen Österreichs unterwegs war. Heute biete ich als ausgebildeter Wanderleiter des AlpinClubs Berlin, einer Sektion des Deutschen Alpenvereins, geführte Touren sowohl in den Alpen als auch in den Mittelgebirgen in und um Deutschland an. Als offizieller Autor des DAV-Online-Tourenportals alpenvereinaktiv.com erstelle ich darüber hinaus leidenschaftlich gern Tourenberichte.

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